25.10.2017, 14:43 Uhr

Ideenwettbewerb Mainbrücke Mainflingen gewonnen

Im Rahmen eines von der Autobahndirektion Nordbayern ausgelobten Ideenwettbewerbs für den Ersatzneubau der Mainbrücke Mainflingen wurde die von LAP entworfene Brücke mit einer Zügelgurtkonstruktion über den Main als Vorzugsvariante ausgewählt.

Eingereicht wurden vier Varianten: eine Deckbrücke, eine Schrägseilbrücke, eine Bogenbrücke und die Zügelgurtbrücke. Die Zügelgurtbrücke überzeugte nicht nur aus gestalterischen Gründen, sondern auch durch ihre statischen und konstruktiven Vorteile:

Die BAB 45 trifft zwischen Mainflingen und Kleinostheim nicht nur auf den Main, mit seiner schutzwürdigen Flusslandschaft, sondern auch auf die Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen. Inspiriert von den Hügeln des Mainvorlandes, wird mit einem obenliegenden Zügelgurttragwerk zum einen dem Fahrer diese bedeutsame Querung erfahrbar gemacht, zum anderen in den Naturraum ein – den Momentenlinien organisch folgendes - Ingenieurbauwerk eingebracht.

Das Zügelgurttragwerk eignet sich durch seine begrenzte Höhe, da es - den Naturkontext respektierend - mit seinen Pylonen unterhalb der umgebenden Baumgruppen der Flusslandschaft bleibt, wodurch sich aus jeder Perspektive ein spannungsreiches Spiel aus Ingenieurtragwerk und Natur ergibt. Es bildet für entlang des Flusslaufes ziehende Vögel eine sichtbare Querung, und lenkt diese so von dem Verkehrsraum ab.

Die Zügelgurtkonstruktion erlaubt eine schlanke Mittelspannweite von 135 m oberhalb des Mains mit zwei gleichen Seitenfeldern. Durch die Verschiebung der Pfeilerstandorte gegenüber dem Bestand ergibt sich eine symmetrische Situation entlang der Mainachse. Der Mainradweg kann nun ohne Sichtunterbrechung auf die Flusslandschaft entlang dem Ufer geführt werden. Nahtlos geht das Bauwerk in den bewusst schlicht gehaltenen Vorlandbereich mit konstanter Bauhöhe über.

Die schlanke Stahlverbundkonstruktion besteht aus einem Gitterrost von außenliegenden Längsträgern mit - unterhalb der Stahlbetonfahrbahnplatte - zwischengelagerten Querträgern. Dies ermöglicht eine geringe Bauhöhe unterhalb der Fahrbahn, was den Lichtraum unter der Brücke maximiert und gegenüber der niedrigen Lage des Bestandsbauwerks eine deutliche Aufwertung schafft. In gleitendem Übergang verbindet sich die Konstruktion mit dem bewusst schlicht gehaltenen Vorlandbereich konstanter Bauhöhe aus Spannbeton. Die reduzierten Unterbauten folgen demselben Gedanken und fügen sich mit minimalen Abmessungen sensibel in das Landschaftsbild ein.

Die helle metallische Beschichtung des Bauwerks spiegelt durch die gebrochenen Ansichtsflächen facettenartig die Farben des umgebenden Naturraums und des Wassers wieder - im obenliegenden Tragwerk die Farbe des Himmels.

Auftraggeber:   Autobahndirektion Nordbayern
Architekt:          gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner