04.12.2019, 13:27 Uhr

1. Platz im Entwurfswettbewerb Mainbrücke Marktbreit

Leonhardt, Andrä und Partner hat gemeinsam mit gmp Architekten den 1. Platz im Entwurfswettbewerb Mainbrücke Marktbreit gewonnen.

Die bestehende Mainbrücke Marktbreit aus dem Jahr 1982 muss aufgrund des schlechten Bauwerkszustands durch einen Neubau ersetzt werden. Da die Mainbrücke Marktbreit prägend für das Ortsbild der naheliegenden Ortschaften Segnitz und Marktbreit ist und schwierige topografische Gegebenheiten bestehen, hatte die Autobahndirektion Nordbayern zu einem Entwurfswettbewerb aufgerufen. Die neue Brücke soll sich bestmöglich ins Maintal einfügen. Das Ziel des Wettbewerbs war daher ein gestalterisch ansprechender, technisch einwandfreier Ersatzneubau.

Die gevoutete Hohlkasten-Konstruktion öffnet das Tal in sechs großzügigen Feldern und minimiert seine vertikalen Ansichtsflächen zu einer fein ziselierten Großstruktur die sich mit ihren Vouten den zu überbrückenden Stützweiten entgegenstellt.

Die Stützweiten vergrößern sich dabei gleichmäßig mit dem Anstieg der Gradiente über dem Tal von 110 m bis 200 m, sodass sich in der Ansicht gleichförmige liegende Rechtecke zu einer harmonischen Einheit mit der Landschaft verbinden.

Der Überbau wird als einzelliger Stahlverbundhohlkastenquerschnitt ausgeführt, dessen Bauhöhe mit dem Anstieg der Gradiente und der kontinuierlichen Vergrößerung der Stützweiten entsprechend von 3,70 m am Widerlager Nord bis auf 5,50 m am Stromfeld zunimmt. In den Stützbereichen sind dem Kraftfluss folgend linear verlaufende Vouten vorgesehen, die ebenso gleichmäßig mit den Stützweiten ihre Dimensionen vergrößern. Diesem Grundsatz folgend, wird auch die Beanspruchung der Pfeiler durch eine Abstufung ihrer Dicke vom Main in Richtung Weinberge ablesbar. Die Vouten werden aufgrund der großen Druckkräfte mit Konstruktionsbeton verfüllt und erzeugen zusammen mit dem Stahluntergurt eine Doppelverbundwirkung. Dadurch ist eine Schlankheit im größten Feld von L/36 bei gleichzeitig großer Steifigkeit möglich.

Der Überbauquerschnitt im Stützbereich besteht aus einer Voute, die gegenüber dem Hohlkastenregelquerschnitt im Feldbereich beidseitig um 20 cm zurückspringt. Durch den Rück-sprung der Voute am Übergang zwischen Voute und Hohlkasten ist der Einschub des kompletten Überbaus auf den Hohlkastenstegen wie gewohnt einfach und sicher realisierbar. Die Unterseite des Hohlkastenstegs verläuft dabei näherungsweise auf einem Ersatzkreisbogen, sodass keine größeren Zwangsbeanspruchungen beim Einschub auftreten. Nachträgliches Ergänzen von Stahlquerschnittsteilen in großer Höhe ist nicht erforderlich.