11.02.2019, 11:00 Uhr

Wettbewerb gewonnen: Neubau der Norderelbbrücke in Hamburg

Die bestehende Norderelbbrücke aus dem Jahr 1963 weist diverse Schäden auf und muss für den Ausbau der A1 von 6 auf 8 Streifen durch einen Neubau ersetzt werden. Aufgrund der gestalterischen Bedeutung, der technischen Besonderheiten und der besonders zu berücksichtigenden Umweltaspekte wurde ein Realisierungswettbewerb ausgelobt für den sich sechs nationale und internationale Ingenieur- und Architektenbüros qualifiziert hatten.

Mit dem ersten Preis wurde der Entwurf der Planungsgemeinschaft Leonhardt, Andrä und Partner (Hamburg) und Gerkan, Marg und Partner (Berlin) ausgezeichnet.

„Der Siegerentwurf überzeugt durch seinen filigranen ästhetischen Anspruch, bei dem sich Statik und Gestaltung die Hand geben. Er ist bis ins Detail sorgfältig durchgearbeitet. Die umfangreichen technischen Randbedingungen werden gut erfüllt. Die Brücke antwortet auf die leicht asymmetrische Situation der Spannweiten mit einer dezenten Akzentuierung der Konstruktion durch unterschiedliche Pylonhöhen und Anzahl von Seilscharen“   (Opens external link in new windowwww.hamburg.de).

 

Aus dem Erläuterungsbericht

Der Entwurf der neuen und doppelt so breiten Norderelbbrücke für die BAB A1 orientiert sich an dieser puren Ingenieurästhetik, die den Hafen auszeichnet und greift damit auch als Referenz die Botschaft der zu ersetzenden Brücke auf und steigert zugleich deren gezielte Wirkung als Landmarke für die Elbüberquerung. […]

Die gesamte Komposition als doppelte Schrägseilbrücke mit unterschiedlichen Spannweiten und Pylonhöhen ist zugleich die logische konstruktive Antwort auf die Besonderheiten des zu überquerenden Standortes.

Das Alleinstellungsmerkmal der unterschiedlich hohen Pylone ergibt sich aus den Randbedingungen mit unterschiedlich weiten Seitenfeldern, sodass die asymmetrische Geländesituation der beiden Uferseiten sich in der Gestaltung der Brücke wiederspiegelt. 

Der Neubau schafft dadurch eine ebenso plausible wie selbstverständliche Eigenständigkeit in der Familie der Hamburger Brücken – als wichtigen Beitrag zur ingenieurtechnischen Baukultur.

Die Konstruktionsgestalt ermöglicht eine großzügige Einheitlichkeit bei der Überquerung der Fluss-, Straßen- und Landschaftsflächen. Sie vereint optimierte Konstruktion und Bauweise mit der metaphorischen Deutung des „Genius Loci“, der bereits heute, als auch in Zukunft das Logo des Landesbetriebes LSBG prägt.

 

Auslober:

DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH, Berlin

 

Projektteam:

Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG
Gerkan, Marg und Partner Generalplanungsgesellschaft mbH

Kocks Ingenieure
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