Mainbrücke Marktbreit

Mainbrücke Marktbreit

Der Ersatzneubau befindet sich im Zuge der südlichen BAB A7 zwischen den Ortschaften Ochsenfurth und Marktbreit als Teil des mainfränkischen Beckens, am südlichsten Punkt des Maindreiecks. Der Mainradweg, Kajak Wasserwanderer und zahlreiche Wanderwege (z.B. Römerrundwanderweg oder der Kulturweg "Gnodstadter Dreieck"), zeugen von dem sehr beliebten Naturraum mit seinem besonders milden Klima.
Kennzeichnend für das hier zu überquerende Maintal, ist die Viergewichtung des Raumes in Weinberg, Grüne Aue, Main (Schleuse) und bewaldeter Steilhang. Das Tal stellt sich somit als ein großräumiger offener Landschaftsraum dar ohne dabei den Main zu betonen, da dieser auch in diesem Bereich beckenartig angestaut ist. Die hoch über dem Tal von Norden nach Süden ansteigende Autobahngradiente in unmittelbarer Nachbarschaft zur kleingliedrigen Gemeinde Marktbreit mit mehreren Kirchtürmen und Stadttoren stellt eine besondere Herausforderung für den Bauwerksentwurf dar.

Aus Respekt vor der weitläufigen ebenen Talaue in der die Mainschleuse gleichwertig integriert wurde und der unmittelbar angrenzenden Ortslage
Markbreit erscheint uns eine gleichartige Behandlung aller Pfeiler maßgeblich. Somit kann der Neubau das gesamte Tal großzügig überspannen
– ohne Betonung des Flussverlaufes, wie es auch die Bestandsbrücke bereits aufgezeigt hat. 

Der Neubau reduziert die Stützenpaare (von 9 auf 5) und verringert die Querschnitte von Fahrbahn und Stützen, um den Landschaftsraum zu öffnen, dabei das Tal möglichst filigran zu überspannen und den Blick in die Landschaft frei zu geben. Auf ein oben liegendes Tragwerk wird bewusst verzichtet, da die Brücke maßgeblich von unten wahrgenommen wird und der Entwurf mit möglichst wenigen einfachen  Konstruktionselementen auskommen möchte. Der Focus soll auf die Landschaft mit lieblichen Weinbergen und den Naturraum
gelegt werden.

Das neue Bauwerk nimmt sich bewusst zurück, ordnet sich dadurch dem weiten Maintal unter und kann dabei aber auch mit der Ausbildung der Vouten über den Stützen einen feinen technischen Akzent markieren.
Durch die Reduktion der Tragelemente bleibt auch die Maßstäblichkeit der Ortschaft Markbreit erhalten. Eine Konkurrenz wird vermieden.
Die gestalterische Einfachheit der Bestandsbrücke von 1981 wird als prägend für den „genius loci“ positiv wahrgenommen, und in eine moderne, zeitgemäße Form fortgeschrieben, als Evolution von Gestalt und Konstruktion.


Bauherr / Auftraggeber
Bundesrepublik Deutschland
Die Autobahn GmbH des Bundes (ehemals Autobahndirektion Nordbayern)

Leistung LAP
Objekt- und Tragwerksplanung
BIM-Planung
Abbruchplanung des Bestandsbauwerks

Aktuelles zum Projekt
28.04.2026 Mainbrücke Marktbreit - Spatenstich 

Visualisierungen
gmp - Gerkan, Marg und Partner Architekten