neue Carolabrücke Dresden
Nach dem Einsturz und Rückbau der 1971 erbauten Carolabrücke in Dresden haben wir zusammen im Planungsteam mit Knight Architects, querfeldeins, VIC und VCDB einen Entwurf für den Neubau der Carolabrücke entwickelt.
Einen besonderen Schwerpunkt haben wir darauf gelegt, nicht nur die Verkehrsachse über die Elbe wiederherzustellen, sondern auch einen erlebbaren Raum rund um die Brücke zu schaffen.
Auf der Brücke sind verschiedene Spuren vorgehesen, die sowohl Autoverkehr, Schienenverkehr, aber auch Radfahrer und Fußgänger ein sicheres, unabhängiges Befahren und Begehen der Brücke ermöglichen. Dabei sind die Rad- und Fußgängerwege so geplant, dass sie einen direkten Zugang zum Elbufer und zur Stadt bieten. Zusammen mit der Augustusbrücke und dem Promenadenweg für Fußgänger auf der Carolabrücke entsteht so ein Promenadenring, mit bestem Blick auf die historische Dresdner Altstadt.
Hält man sich rund um die Brücke an den Elbufern auf, bieten die fachwerkartigen Auskreuzungen der Voutenöffnungen aus jedem Blickwinkel neue interessante Perspektiven. Vor allem durch die Hinterleuchtung bei Nacht schafft dieses Detail eine besondere Atmosphäre für den öffentlichen Raum in unmittelbarer Nähe. Gleichzeitig entsteht eine elegante Reminiszenz an die erste Königin-Carola-Brücke von 1893.
Trotzdem ordnet sich die Brücke aus der Ferne betrachtet der historische Altstadtsilhouette unter, die weiterhin im Vordergrund steht. Auch das war eine sehr wichtiger Aspekt, den wir bei der Planung des Entwurfs exakt so herausarbeiten wollten. Unser Entwurf soll kein neues Dresdner Wahrzeichen schaffen, sondern ein funktionales robustes Bauwerk, welches sich in der Fernansicht der Altstadt unterordnet. Betrachtet man die Visualisierung bei Nacht könnte man sogar meinen die Brücke unterstreicht gewissermaßen die Altstadtsilhouette, und ergänzt somit das Ensemble mit Bühlscher Terrasse, Fraunenkirche, Hofkirche und Hausmannsturm in bester Weise.
Technisch erfüllt der Brückenentwurf alle Anforderungen an modernen Brückenbau.
Die Brücke besteht aus 2 getrennten Überbauten. Dadurch kann der Straßenbahnüberbau mit Promenadenweg und integrierten Fernwärmeleitungen zeitlich vorgezogen in nur 17 Monaten errichtet werden. Außerdem bietet die 2-Zügigkeit den Vorteil, dass der Brückenquerschnitt später flexibel umgenutzt werden kann.
Die Hauptmaterialien orientieren sich an der historischen Königin-Carola-Brücke mit einem Primärtragwerk aus Stahl und einer Fahrbahnplatte in Stahl-Beton-Verbundbauweise. Pfeiler und Widerlager werden optisch mit Sandstein verkleidet. Für erhöhte Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit werden vorwiegend im nicht-sichtbaren Bereich Tragelemente aus Stahlbeton eingesetzt.
Statt einer Bogenbrücke haben wir uns für einen sogenannten gevouteten Träger entschieden. Das hat den Vorteil, dass schlankere Pfeiler möglich sind, da keine Bogenschubkräfte oder temperaturbedingte Zwangskräfte in den Untergrund abgeleitet werden müssen. Dennoch bleibt die optische Anlehnung an die Bogenbrücke erhalten, was zur Eingliederung des Bauwerks in die bestehenden Dresdner Brücken und in Anlehnung an die historische Königin-Carola-Brücke definitiv gewünscht ist.
Wir freuen uns als Planungsteam einen durchdachten Entwurf vorzulegen der ästhetische, städtebauliche, technische und wirtschaftliche Ansprüche in bester Weise verbindet.
Mehr Infos zu unserem Entwurf gibt es unter www.carola.info