Rheinbrücke Leverkusen

Ersatzneubau der Rheinbrücke Leverkusen
im Zuge der BAB A1

Ersatzneubau bestehend aus Strom- und Vorlandbrücke. Die Strombrücke besteht aus zwei Schrägseilbrücken mit 280 m Hauptspannweite und einer Gesamtlänge von 689 m. Stahlüberbau mit orthotroper Fahrbahnplatte im Stromfeld und Verbundplatte im Seitenfeld. Vorlandbrücke als zweizelliger Spannbetonhohlkasten mit einer Länge von 377 m.

Die Rheinbrücke Leverkusen ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte im deutschen Autobahnnetz. Sie liegt an der A1 zwischen Köln-Niehl und dem Autobahnkreuz Leverkusen-West und ist Teil einer stark frequentierten europäischen Verkehrsachse. Aufgrund der stetig wachsenden Verkehrsbelastung und der massiven Schäden an der bestehenden Brücke war ein Ersatzneubau dringend erforderlich. Der Neubau wird den zukünftigen Anforderungen des Verkehrs gerecht und schafft die Grundlage für eine leistungsfähige, sichere und langfristig belastbare Rheinquerung.

Leonhardt, Andrä und Partner übernimmt im Projekt die Genehmigungs- und Ausführungsplanung und ist damit maßgeblich an der konstruktiven Entwicklung des Bauwerks beteiligt. Geplant wurde eine Zwillings-Schrägseilbrücke mit zwei getrennten Teilbauwerken, einer Hauptspannweite von 280 Metern und einer Gesamtlänge von 689 Metern. Mit einer Breite von über 34 Metern gehört das Bauwerk zu den anspruchsvollsten Brückenlösungen seiner Art. Die Konstruktion verbindet hohe Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit und gestalterische Klarheit mit einer auf den laufenden Verkehr abgestimmten Bauweise.

Besonders komplex war die Planung der Unterbauten und Gründungen. Die Pfeiler wurden auf Großbohrpfählen gegründet und mithilfe detaillierter 3D-Berechnungen auf ihre Bau- und Verformungssicherheit untersucht. Auch der Überbau stellte hohe Anforderungen an die Tragwerksplanung: Steife Randträger, ein Trägerrostsystem mit Quer- und Längsträgern sowie unterschiedliche Querschnittsausbildungen in Strom- und Seitenfeldern sorgten für eine optimale Abstimmung zwischen Konstruktion, Gebrauchstauglichkeit und Bauablauf. In den Randbereichen wurde eine Verbundkonstruktion mit Betonhalbfertigteilen gewählt, um günstige Kräfteverläufe und eine wirtschaftliche Bauweise zu ermöglichen.

Eine weitere Herausforderung war die Auslegung der Pylone und Seilverankerungen. Die A-förmigen Pylone wurden so konzipiert, dass sie nicht nur die statischen Anforderungen erfüllen, sondern auch funktionale Aspekte wie die Integration von Aufzügen berücksichtigen. Im Verlauf des Projekts wurde das ursprünglich vorgesehene Schrägseilsystem auf Parallellitzenseile umgestellt. Diese Anpassung erforderte eine erneute Analyse des Gesamtsystems sowie Modifikationen an den Verankerungen, konnte jedoch mit vergleichsweise geringen Änderungen an den vorhandenen Stahlkonstruktionen umgesetzt werden.

Die Umsetzung des Bauwerks erfolgte unter hohem Zeitdruck und mit einer präzise abgestimmten Logistik. Stahlbauteile wurden parallel in mehreren Werken gefertigt und größtenteils per Wasserweg zur Baustelle transportiert. Die Montage der Seitenfelder, Pylone und der Hauptöffnung erfolgte abschnittsweise und teilweise parallel zur Herstellung weiterer Bauphasen. Durch diese enge Verzahnung von Planung, Fertigung und Montage konnte der Baufortschritt erheblich beschleunigt werden.

Die Rheinbrücke Leverkusen ist damit nicht nur ein technisches, sondern auch ein infrastrukturelles Schlüsselprojekt für die Region. Sie trägt entscheidend zur Entlastung des Autobahnnetzes im Kölner Großraum bei und verbessert die Reise- und Transportzeiten für zehntausende Fahrzeuge pro Tag. Durch die faktische Vergrößerung der bestehenden Brücke mit einem zweiten Teilbauwerk wird der Verkehr für die Zukunft sicher und effizient geführt.

Für Leonhardt, Andrä und Partner ist das Projekt ein prominentes Beispiel für die Verbindung von klassischer Brückenbaukunst mit modernsten Ingenieurmethoden. Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit den Bauunternehmen, Behörden und der Auftraggeberseite, um Bauablauf, Sicherheit und Umweltbelange optimal zu berücksichtigen. Durch die fristgerechte Umsetzung der Ausführungsplanung leistet das Ingenieurbüro einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Modernisierung des deutschen Autobahnnetzes. Die Rheinbrücke Leverkusen steht somit als Referenz für zukunftsorientierte, lösungsstarke und praxisnahe Tragwerksplanung

Bauherr
Die Autobahn GmbH des Bundes

Leistung LAP
Objekt- und Tragwerksplanung

Aktuelles zum Projekt
10.02.2021 Auftrag für die Genehmigungs- und Ausführungsplanung
07.03.2022 Erfolgreiche Montage der ersten Stahlteile
08.05.2026 erstes Großsegment des 2. Überbaus rechtsrheinisch eingefahren

Visualisierung
Straßen.NRW

Fotos vom Bau
Die Autobahn GmbH des Bundes

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